Kritik: Don Pasquale

»Diese Lust des Komponisten aufs Gegenwärtige ist [...] auf überraschend neue Weise zu spüren. [...] Klaus Gehre holt die Geschichte unter Wahrung ihrer Grundstruktur mit gewitzten Details in die Gegenwart. Aus Donizettis fröhlicher Witwe Norina macht er eine Migrantin aus Aserbaidschan und rückt sie ins Zentrum: keine, die sich im Gastland freiwillig als Mensch zweiter Klasse unterwirft, sondern als selbstbewusste Frau ihre Talente und Reize nutzt, um in New York ihr Glück zu machen. [...] Die ganze Inszenierung erweist sich als schrilles Zusammentreffen verschiedener Kulturepochen, nicht so unverbindlich wie der simple Paarungsspaß: ein postmoderner Mix, in dem sich fremde Welten gleichen – und dabei kräftig schillern dürfen.«  (Dietrich Pätzold)
Osteseezeitung   3. Mai 2016



»Es hat „Boom“ gemacht [...] Donizettis Opera Buffa liefert nicht nur wunderbare Musik, sondern auch eine tiefenpsychologische Studie. [...] So spielt der nicht nur gesanglich großartige Thomas Rettensteiner seinen Don Pasquale mit so witzig-variabler Körpersprache, dass wir in der Gemachtheit seiner Figur auch deren Zitathaftigkeit und sogar ihre Ironisierung erkennen. Auch Jardena Flückiger sticht nicht nur mit ihrem kräftigen Sopran, sondern auch mit ihrem ausgestellten Spiel hervor.«  (Hartmut Krug)
nachtkritik   1. Mai 2016